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Das hat den Größten Einfluss auf deinen Erfolg - Verlustangst Psychologie

Loss-Evasion, zu Deutsch Verlust-Aversion oder auch Verlust-Angst, ist ein Effekt, bei dem eine Person eine Situation innerlich, womöglich auch unterbewusst, analysiert mit dem Hintergrund hier eine Gefahr entdecken zu wollen. 
Inhaltsverzeichnis

Wie haben schon häufig über die Psychologie des Tradings gesprochen. Unter anderem hat einer unserer Coaches Robert Rother ein eigenes YouTube-Video genau zu diesem Thema: 

Heute soll es aber um einen der interessanten Bereiche der Psychologie gehen: Dem Effekt der “Loss Evasion” 

Loss-Evasion, zu Deutsch Verlust-Aversion oder auch Verlust-Angst, ist ein Effekt, bei dem eine Person eine Situation innerlich, womöglich auch unterbewusst, analysiert mit dem Hintergrund hier eine Gefahr entdecken zu wollen. 

Ziel dieser Handlung ist es die potentielle Gefahrensituation nicht nur zu erkennen sondern dann auch zu umgehen. Einfach gesagt: Wir sehen potentielle Gefahr und haben Angst vor einer Konsequenz → Deshalb wollen wir diese Gefahr umgehen. Also ein ganz natürlicher Effekt und eine absolut menschliche Reaktion. 

Studien haben aber gezeigt, dass diese Verlust-Aversion von vielen verschiedenen äußeren Einflüssen bestimmt werden kann. Aber warum sprechen wir dieses Thema an?

Versetzen wir uns einmal in die Lage eines angehenden Traders, der ständig seine eigenen Trades unterbewusst analysiert, schwitzige Hände bekommt, wenn er auf Buy oder Sell klickt und im Allgemeinen seinen eigenen Emotionen sehr viel Platz und Macht einräumt. 

Wer selbst schon einmal in einer solchen Situation war, der wird sicher schnell die Fehler des Anfängers erkennen und vielleicht sogar schmunzeln, denn jeder fängt einmal klein.

Als Profi sollte man dann aber an dem Punkt angelangt sein, dass man seine eigenen Emotionen nicht nur beherrscht, sondern sie auch schon bevor sie auftreten erkennt und dementsprechend reagieren kann. Aber wie schafft man das konsequent und ist es auch für Anfänger ohne viel Erfahrung erlernbar? 

Zurück zur Verlust-Aversion: Es ist nichts anderes als ein innerer Mechanismus den es gilt zu erkennen und zu lernen wie man mit ihm umgehen muss. 

Zu diesem Thema wurden schon verschiedenste Studien durchgeführt, welche sich besonders darauf fokussiert haben, welche Personengruppen in diese Kategorien fallen und welche Auswirkung eine Verlust-Aversion mit sich bringt. 

Und die Ergebnisse sind unfassbar interessant. Denn die Verlust-Aversion wird von 3 Großbereichen in unserem Leben beeinflusst. 

  1. Unserem Gehirn
  2. Sozioökonomische Faktoren 
  3. Und unser kultureller Hintergrund 

Das Gehirn

Drei spezifische Regionen des menschlichen Gehirns werden in Situationen aktiviert, die mit Verlustangst verbunden sind.

wenn wir mit Verlustangst in Konfrontation treffen, dann schalten sich 3 Bereich in unserem Gehirn ein. Die Amygdala, welche für die Verarbeitung von Angst zuständig ist, das Striatum, welches für die Verarbeitung von Vorhersagefehlern verantwortlich ist, um es uns zu ermöglichen Dinge vorherzusagen, und das insula-Areal. 

Letzteres ist besonders in der Verbindung mit der Amygdala dafür verantwortlich, wenn wir uns vor etwas ekeln und demnach eine Reaktion der Vermeidung verspüren. 

Die Amygdala: ist der Teil unseres Gehirns, der Angst verarbeitet. Die Amygdala erzeugt zum Beispiel ein automatisches, vorbewusstes Gefühl der Angst, wenn wir eine Schlange sehen. Die Reaktion, die wir bei einem Verlust in diesem Teil unseres Gehirns erleben, ähnelt der Reaktion unseres Gehirns, wenn wir auf Flugzeugturbulenzen oder eine Spinne reagieren, was bedeutet, dass Angst und Verlust eng miteinander verbunden sind.

Das Striatum: Ist sowohl bei Verlusten als auch bei Gewinnen aktiv, wobei es bei Verlusten stärker aktiviert ist. Das Striatum hilft uns, Verluste in Zukunft zu vermeiden.

Insula-Region: Neurowissenschaftler haben festgestellt, dass die Insula-Region aufleuchtet, wenn sie auf einen Verlust reagiert. Je höher die Aussicht auf einen Verlust ist, desto stärker wird die Insula im Vergleich zu einem entsprechenden Gewinn aktiviert.

Obwohl noch viele andere Aspekte des Gehirns eine Rolle spielen, sind diese drei Regionen bei der Verarbeitung von Verlusten am wichtigsten. Je nach der Stärke dieser Regionen sind Menschen dann mehr oder weniger verlustscheu.

Man erkennt also, dass unsere Verlustangst von Faktoren abhängig sein kann, die wir nicht bestimmen können. Dazu kommen dann noch die sozioökonomischen Faktoren: 

Sozioökonomische Faktoren 

Sozioökonomische Faktoren spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle bei der Veranlagung zur Verlustaversion, wobei sich die soziale Hierarchie als ein guter Indikator für den Grad der Verlustaversion einer Person erweist. Beispielsweise wurde in Studien in London herausgefunden, dass Menschen mit mehr EInfluss weniger Verlustangst besitzen. 

Dies liegt daran, dass sich mächtige Personen aufgrund ihres Reichtums und ihres Netzwerks in der Regel in einer besseren Position befinden, um einen Verlust zu akzeptieren, wenn er eintreten sollte.

Es ist auch erwiesen, dass mächtige und wohlhabende Personen Gewinnen einen höheren Wert beimessen (im Vergleich zu einem Verlust) als nicht mächtige Personen.

Aber nicht nur der Wohlstand spielt eine Rolle, denn ebenso wichtig ist auch das soziale Umfeld: 

Eine in Vietnam durchgeführte Studie ergab, dass wohlhabendere Dörfer weniger verlustavers sind als arme Dörfer. Allerdings waren wohlhabende Personen, die in einem armen Umfeld lebten, eher verlustavers als arme Personen, die in einem wohlhabenden Dorf lebten.

Somit erweisen sich der sozioökonomische Status und das Umfeld einer Person als sehr einflussreich in Bezug auf den Grad ihrer Verlustaversion. 

Zuletzt ist dann auch noch die Kultur ein wichtiger Bestandteil des Umgangs mit Verlusten:

Kultur

Wie wichtig die Kultur auf die eigene Verlustaversion ist zeigte ein Studie: In ihr wurden Gruppen aus 53 verschiedenen Ländern befragt, um herauszufinden, wie sich unterschiedliche kulturelle Werte auf die Wahrnehmung von Verlusten im Vergleich zu Gewinnen auswirken.

Die Gruppe fand heraus, dass Menschen aus osteuropäischen Ländern tendenziell am verlustaversesten sind, während Personen aus afrikanischen Ländern am wenigsten verlustavers sind.

Eine Erklärung für diese Unterschiede zwischen den Kulturen und der Verlustaversion kann mit kollektivistischen bzw. individualistischen Kulturen in Verbindung gebracht werden. 

Personen aus kollektivistischen Kulturen hatten eher mehr und engere soziale Beziehungen, d. h., wenn sie eine schlechte Entscheidung trafen und einen Verlust erlitten, hatten diese Personen Unterstützung von ihren Freunden, ihrer Familie und ihrer Gemeinschaft. 

Dieses Unterstützungssystem half den Personen, Risiken einzugehen, ohne Verluste so stark zu empfinden. Umgekehrt verfügten Personen aus individualistischen Kulturen nicht über das gleiche soziale Sicherheitsnetz wie ihre kollektivistischen Gegenstücke.

Wie man sie meidet

Verlustaversion oder die Verlustangst ist eine ganz natürliche menschliche Tendenz die uns vor Gefahren schützen soll. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man ihren Einfluss auf Entscheidungen vermeiden kann, vor allem wenn es um Entscheidungen mit potenziellen Gewinnen geht.

Um mit Verlusten besser umgehen zu können helfen deshalb 2 Dinge: die Einschätzung und Einstellung zu einer Entscheidung und dass man den Verlust ins richtige Licht rückt.

Die Art und weise wie man eine Entscheidung formuliert kann die Wahrnehmung des potentiellen Verlustes stark beeinflussen. Dies wurde ebenfalls durch diverse Studien belegt. 

Anstatt darüber nachzudenken was man verlieren könnte, sollte man stattdessen darüber nachdenken, was man mit seine Entscheidung positives erreichen kann

Der zweite Punkt: Den verlust ins rechte Licht rücken ähnelt dem ersten Punkt. Denn eine einfache Möglichkeit mit einem Verlust umzugehen besteht darin, darüber nachzudenken, was das schlimmste Ergebnis sein könnte und welche Maßnahmen man dann ergreifen wird. 

In der Regel kann das einzelnen Personen die Angst nehmen, da man sozusagen schon einen “Plan” hat, sollte eine Entscheidung nicht das gewünscht Ergebnis bringen. 

Quellen:

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